15. Bottwartal Marathon – diesmal mit Verstärkung

startnummern.jpgSchon länger habe ich mich auf den 15. Bottwartal Marathon gefreut, zumal der Stuttgart Lauf ja eine ganz passable Sache war – umso mehr, seitdem ich mich offizieller Bottwartal Marathon Botschafter nennen durfte. Als mir dann noch meine Frau eröffnete, dass sie dieses Jahr ihr offizielles erstes Mal mit mir begehen wollte (ich rede vom Halbmarathon!), war die Vorfreude perfekt…

Bisher war ich es ja gewohnt, Trainingspläne eher als freundlichen Hinweis zu werten und trotzdem einfach meinen Stiefel zu machen, allerdings ist meine Frau hier anderer Meinung gewesen, so dass diesmal der Steffny Trainingsplan fleißig abgearbeitet wurde. Das Wunschziel meiner Frau war klar definiert: unter 2:20:00 wäre traumhaft – was einer Pace von 6:38 entsprach. Meine Frau war der Meinung, dass das für sie absolut  unerreichbar sei, denn ihre Wohlfühlpace lag bei 6:45 – Folglich hatte sie noch knapp 12 Wochen, um an Ihrer Pace zu arbeiten und glaubte nicht daran…

Da ich um ihren Ehrgeiz und den Wettkampfeffekt wusste, versuchte ich sie davon zu überzeugen, dass das ganz easy drin sei – leider stieß ich damit bei ihr auf taube Ohren. Ich musste ihr nach jeder Laufeinheit gut zureden, dass alles im Soll sei und dass sie sich keine Sorgen um das Wunschziel machen müsse, wobei ich sagen muss, dass mein Erfolg hierbei nur marginal war. Große Sorge bereitete ihr die Tatsache, dass der Trainingsplan nur maximal 18 km inkl. ein- und auslaufen vorsieht und sie sich nicht vorstellen wollte, dass der Rest dann ein Klacks sei.

Also wurde dem Trainingsplan vorgegriffen, bereits 5 Wochen vor dem Lauf mehr als 18 km absolviert und es wurde sogar bis zu 21,1 km gelaufen, damit das Bewusstsein geschaffen wurde, dass die Halbmarathondistanz locker drin sei. Trotzdem blieb die Angst, dass die Distanz nicht in der Zielzeit erreicht werden würde, zumal das Wetter keine Anstalten machte, langsam herbstlich zu werden und meine Frau das Laufen bei Wärme noch weniger mag, als ich es schon tue…

Ganz rückschlagsfrei verlief der Rest des Trainings allerdings auch nicht, so musste meine Frau feststellen, dass die Tempoeinheiten in den Trainingsplänen einfach nichts für sie sind – ich habe mich davon schon seit längerem verabschiedet 😉 Nach jeder Tempoeinheit (viele waren es ja gottseidank nicht), war dann meine Motivationsarbeit gefragt, was aber zumindest so gut funktionierte, dass der Lauf nicht abgeschrieben wurde – es kann natürlich auch an der bereits gezahlten Startgebühr gelegen haben.

Am 14. Oktober war es dann so weit und unser erstes Mal stand auf dem Programm. Der einzige Wermutstropfen waren die herrschenden und angesagten Temperaturen, denn der Himmel war blau und es sollten bis zu 26 Grad werden, was bei einem Start gegen 11:30 Uhr echt unangenehm werden konnte. Dementsprechend führte ich Wasser für uns beide mit, kam mir allerdings mit knapp einem Liter für einen HM doch etwas überladen vor…
Die Anreise war wie immer absolut problemlos und weil wir einen Fahrservice hatten, konnten wir sogar noch fast ausschlafen.

Vor Ort war wie bisher jedes Mal eine tolle Stimmung und so langsam kam die mir schon bekannte, für meine Frau aber völlig neue Unruhe und das pseudoschlechte Gewissen auf. Gottseidank trafen wir noch eine Kollegin von mir, so dass wir uns einfach ablenken konnten und die Zeit bis zu unserem Start schnell überbrücken konnten. Wir reihten uns in unseren Startblock ein und checkten die Uhren und überquerten mit vielen Startern gegen 11:32 die Startlinie.

Schnell fanden wir unseren Rhythmus und ich konzentrierte mich auf die Einhaltung der geplanten Pace – ich peilte eine 6:30er Pace an, um der Frau die Freude an einer Zielzeit mit deutlich unter 2:20 h zu sichern. Geplant war es, die ersten 10 km lieber langsamer anzugehen, um dann am Schluss eher etwas Gas geben zu können, je nachdem, wie sich das Wetter und die Temperaturen entwickeln… So kam es häufiger vor, dass ich meine Frau etwas ausbremsen musste 🙂

Vom Start in Oberstenfeld ging es erstmal eine ca. 4 km lange Schleife entlang der L1117 , so dass einem früher gestartete HM Läufer und mittlerweile auch viele Marathon Läufer begegneten. Die Stimmung im Ort war großartig – man muss dazu sagen, dass es einen Wettbewerb aller beteiligten Ort gibt. Der Ort, der die meisten Stimmen der Läufer auf sich vereint, bekommt 200 l Freibier – finde ich ne coole Idee! Dank der Schleife kam man zweimal in den Genuss der Stimmung in Oberstenfeld und direkt am Ortsausgang kam auch schon der erste Versorgungspunkt. Da weder meine Frau noch ich in der Lage sind, ordentlich aus Bechern im Laufen zu trinken, machten wir einen kurzen Stopp und genossen das dargereichte Wasser – lieber ein paar Sekunden auf der Strecke verlieren, als hustend und nach Luft japsend durch die Gegend stolpern, weil man sich souverän verschluckt hat. Außerdem konnte man sich durch den Ministopp ausgiebig abkühlen, denn warm war es wirklich.

Ich genoss das Bottwartal, die Frotzeleien mit Mitläufern, das an sich tolle Wetter und ich hatte auch den Eindruck, dass es meiner Frau wirklich Spaß machte. Vermutlich lag das auch an der Stimmung neben der Strecke, hier wird einem wirklich immer viel aus dem oben genannten Grund geboten. Bei km 6 auf dem Weg nach Beilstein, kam uns meine Kollegin bereits wieder entgegen, da auch hier die Strecke eine Schleife durch den Ort machte. Die Geschwindigkeit meiner Kollegin war umso beeindruckender, da sie seit dem Stuttgart Lauf exakt 19 km gelaufen war. Ich überlegte, ob sich das Trainingskonzept „schneller Laufen durch wenig Laufen“ eventuell durchsetzen könnte…

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In Beilstein hatte man einen herrlichen Blick auf die Schloss und Burg Hohenbeilstein, welche dieses Jahr auch die Rückseite der Finisher Medaille zieren sollte, was ich natürlich zu diesem Zeitpunkt noch nicht wusste – allerdings dachte ich wie jedes Jahr dran, dass man hier auch mal außerhalb des BWM hin müsste. Bisher war das immer nur eine Idee gewesen, mal schauen, ob es sich im nächsten Jahr umsetzen lässt.

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Ortausgang Beilstein

Nach dem Durchlauf von Beilstein ging es weiter in Richtung Oberstenfeld einmal quer über die Fußgängerbrücke der L1100, leider war diesmal die Verkehrsgeschwindigkeitsmessung in Oberstenfeld, welche im letzten Jahr für viel Erheiterung unter den Läufern sorgte, außer Betrieb, trotzdem war die Stimmung bei allen Mitläufern großartig. Wir überlegten, wen man dazu engagieren könnte, uns mit einem Sonnenschirm oder einem Palmwedel zu begleiten, kamen aber leider zu keiner Lösuung.

Mittlerweile hatten wir km 10 überschritten und wir hätten das Tempo etwas anziehen sollen, allerdings war es zwischenzeitlich so warm  geworden und das jetzt folgende Stück war nahezu schattenfrei, so dass wir weiterhin bei der Wohlfühl Pace beließen, uns durch die Wärme mühten und froh über jeden noch so kleinen Schatten waren. Hinter Oberstenfeld kommen in meinen Augen die 4 zähesten km der gesamten HM Strecke, es geht neben einer Bundesstraße und quer durch ein Gewerbegebiet mit relativ wenig Abwechslung Richtung Großbottwar. 1 km vor Großbottwar kam ein wirklich heiß ersehnter Verpflegungspunkt, an dem wir uns wirklich ausgiebig abkühlten. Nach der kurzen Abkühlungspause ging es weiter Richtung Großbottwar, einem der Stimmungshighlights des Laufs. Hier ging es vor großem Publikum in einer Schleife über den Marktplatz, ein Moderator bemühte sich möglichst alle Läufer anzukündigen…

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km 16 in Großbottwar – kurz vor dem Marktplatz

Besonderen Dank hier an den Twitteruser @klinkeklinke für die tollen Bilder und das persönliche Anfeuern!

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Orteingang Großbottwar
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Wir verlassen Großbottwar

Hochmotiviert ging es auf die letzten 5km, von denen 2 nochmals durch die pralle Sonne und ohne Aussicht auf irgendwelche Abkühlung verliefen. Aber wie stand so schön auf einem Schild an der Laufstrecke geschrieben? „Ihr wolltet es ja so!“ – stimmt und wir haben sogar Geld dafür gezahlt 😉

Wir erreichten den letzten Anstieg in Kleinbottwar (auch hier gab es einen Moderator, der jeden Läufer nochmals persönlich grüßte) und machten uns auf die „Zielgerade“ – mittlerweile geht es eher leicht bergab und man merkt, dass man sich dem Ziel nähert, da einem die ersten Läufer mit Finishermedallien um den Hals entgegen kamen. In Steinheim selbst noch schnell am letzten VP einen Becher zum Abkühlen für den Kopf und los ging es auf den Zielsprint (völlig unsinnig, aber der muss einfach sein 😉 ) -je dichter wir dem Ziel kamen, desto schneller wurden wir.

Bottwartal
Zielspurt

Direkt vor Ziel der Griff zur Hand der Frau, gemeinsam die Ziellinie überqueren und zack, das erste Mal im Sack!

Die Frau bekam noch die obligatorische Rose, die alle weiblichen Finisher bekommen und wir ließen uns beide die Medaille umhängen und suchten nach bekannten Gesichtern… Im Verpflegungszelt trafen wir die Kollegin wieder und begossen unsere Leistung mit diversen Iso Getränken, ließen das Erlebte Revue passieren, schimpften über die Hitze, bewunderten die wirklich schöne Finishermedaille und schauten auf die Ergebnisliste. Beide haben wir mit 2:13:10 exakt die gleiche Zeit gebraucht und ich war sehr zufrieden mit meiner Leistung als Zug- und Bremsläufer 🙂

BWM_2018
Laufstatistik

Bei meiner Frau kamen jetzt allerdings die ersten Läuferprobleme, sie haderte mit Ihrem Ergebnis, weil sie sich sicher war, dass auch eine Zeit unter 2:12 drin gewesen wäre 😀 das kam mir sehr bekannt vor! Mal schauen, was das nächste Jahr so bringen wird…

finisherAlles in allem kann ich wieder nur sagen, dass der BWM ein tolles Event vor den Toren Stuttgart, Ludwigsburgs oder Heilbronns ist und das hier jeder mal wegen der familiären Atmosphäre mitgelaufen sein sollte.

Und noch abschließend für’s Protokoll, die #Grüßstatistik:

aktuelle Werte zurückgegrüßt insgesamt gegrüßt
Grüßer gesamt 3 3 100,0%
@klinkeklinke 1 1 100,0%
@kk70806 1 1 100,0%
Kollegin 1 1 100,0%

 

 

 

 

 

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2 Kommentare zu „15. Bottwartal Marathon – diesmal mit Verstärkung

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